Archiv der Kategorie: Referendariat

Der Ref-Rückblick (Folge 4): „Sinnvolles Runden beim Einkaufen“ (2. Mathe-UB)

Heute geht mein Ref-Rückblick in die 4. Runde und ich komme damit zur Vorstellung meines 2. Mathe-UBs. Das Thema der UR war „Runden und Überschlagen von Geldbeträgen“. Hier seht ihr den Überblick der geplanten Reihe:

  1. UE: Einführung von Geldbeträgen – Darstellung und Schreibweisen
  2. UE: Schreibweisen und Rechnen mit Geldbeträgen
  3. UE: Geldbeträge runden – Einführung
  4. UE: Geldbeträge runden und überschlagen
  5. UE: Runden auf ganze / halbe Eurobeträge / Zehner-Centbeträge und Rundungsregel
  6. UE: Sinnvolles Runden beim Einkaufen – Mit dem Restgeld so viele Lollies kaufen wie möglich (UB)
  7. UE: Sinnvolles Anwenden der Rundungsregeln beim Einkaufen

Wie in den anderen Vorstellungen bisher auch, kann ich euch nicht mehr genau sagen, wie die UE im Detail abgelaufen sind und kann nur zum Teil das verwendete Arbeitsmaterial aus den Stunden zur Verfügung stellen. Soweit ich mich erinnere, haben wir in den ersten Stunden ganz klassisch Aufgaben aus dem Buch zum Rechnen mit Geld und verschiedene Schreibweisen behandelt.

Im Verlauf der UR wurde den Kindern dann dieser Kassenbon präsentiert:

Die Kinder sollten Überlegungen anstellen, wie sie die Beträge auf dem Kassenbon schnell im Kopf rechnen können und so kamen wir zum Thema Überschlagen / Runden. (Anmerkung: Die typische Schriftart für einen Kassenbon findet ihr im Netz, ich weiß aber leider nicht mehr, wie sie heißt). Hier findet ihr auch noch ein passendes Übungsblatt mit Einkaufslisten:

DOWNLOAD (Einkaufsliste)

In einer der Stunden darauf ging es um den Einkauf von Schulsachen. Dazu hatte ich ein kleines Plakat und ein Übungspaket mit verschiedenen ABs erstellt.

DOWNLOAD (ABs Schulsachen)

Der UB trug dann den Titel „Sinnvolles Runden beim Einkaufen – Mit dem Restgeld so viele Lollies kaufen wie möglich“. Falls sich jemand fragt, was das Ganze überhaupt für eine Bedeutung für die Lebenswirklichkeit hat, für den habe ich noch einen Auszug aus dem „Handbuch produktiver Rechenübungen Band 2“ gefunden, den ich komischerweise nicht in meinem Entwurf genutzt habe, der aber das Schätzen von Summen plausibel erläutert (übrigens noch mit der guten, alten Deutschen Mark):

„Wer im Supermarkt einkauft, fragt sich oft, ob das mitgenommene Geld ausreichen wird. Dazu muss der Warenwert im Korb abgeschätzt werden. Im folgenden wird eine Rundungsmethode betrachtet, die auf der „Kraft der 5“ beruht und sehr gute Schätzwerte liefert.“

In derselben Weise beziehen wir beim Geld „halb“ Einheiten“ ein. Das erste Viertel einer Deutschen Mark von 0,01 bis einschließlich 0,25 wird auf 0,00 abgerundet, die beiden nächsten Viertel von 0,26 bis 0,75 einschließlich werden auf eine halbe Deutsche Mark (also 0,50 DM) gerundet, die nächste halbe Deutsche Mark, also von 0,76 bis 1,25, wird auf eine ganze Deutsche Mark (also 1,00 DM) gerundet, von 1,26 DM bis 1,75 DM wird auf 1,50 DM gerundet usw. Wendet man dieses Verfahren auf Preise von Waren an, so sind nur „ganze“ und „halbe“ Deutsche Mark-Beträge zu addieren.

Ein Test bei Kassenbons lässt schnell erkennen, dass die Rechnung phantastisch gute Näherungswerte liefert.“

(Aus: Wittmann, Erich Ch. und Gerhard N. Müller. Handbuch produktiver Rechenübungen. Band 2. Vom halbschriftlichen zum schriftlichen Rechnen. Klett: Stuttgart Düsseldorf Berlin Leipzig. 1992, S. 90)

Die Stunde hatte als Aufhänger eine Geschichte, in der ein Mädchen einige Dinge für ihre Geburtstagsfeier einkaufen muss. Von dem Restgeld darf sie sich noch Lollies (je 0,37 €) kaufen. Dabei sollten die Kinder die Beträge runden und je nachdem, wie sie gerundet hatten, konnte eine unterschiedliche Anzahl an Lollies noch gekauft werden (eine Überprüfung mit der tatsächlichen Summe als Vergleich sollte natürlich auch noch stattfinden). In der Reflexion sollte dann darüber gesprochen werden, welche Rundungsmöglichkeiten angewandt wurden und am sinnvollsten sind. Wenn ich mir heute die möglichen Lösungswege im Entwurf ansehe, waren die Unterschiede aber gar nicht so groß, da müsste man sicherlich noch mal etwas überarbeiten. Leider weiß ich auch nicht mehr, welche Ergebnisse damals herausgekommen sind.

Die Tafel war damals der Supermarkt, auf der auch noch zusätzliche Waren, die nicht eingekauft werden mussten, mit Preisen angebracht waren. Heute würde ich wahrscheinlich eher eine Theke mit echten Waren anstatt Bilder nehmen. Sieht auch sicherlich einfach ansprechender aus.

Die Kinder haben zunächst einzeln gearbeitet. Dazu hatten sie das entsprechende AB (es gab auch eine differenzierte Version für langsame Schreiber – heute würde ich für schwache Leser wahrscheinlich auch ein AB nur mit Warenbildern nutzen) und eine Warenübersicht mit Preisen, um nicht immer an die Tafel schauen zu müssen. In der Partnerarbeit sollten sie sich – bei unterschiedlichen Ergebnissen – auf ein Ergebnis einigen und ein gemeinsames Plakat erstellen, auf dem die Anzahl der Lollies aufgeklebt werden sollte. So hatte man beim Anbringen der Plakate an der Tafel direkt einen schnellen Blick darauf, wie viele Lollies noch gekauft werden konnten. Hier wäre auch eine Vorabsortierung denkbar, um so einen Aufhänger für den Reflexionseinstieg zu haben (besonders, wenn die Ergebnisse sehr stark voneinander abweichen).

Noch eine Sache zum Abschluss: In meiner Dokumentation der Unterrichtsnachbesprechung habe ich noch einmal nachgeschaut, was in der Stunde nicht so gut lief bzw. was der Fachleiter kritisiert hatte. Dabei ist mir besonders der folgende Punkt aufgefallen: Bezüglich der Gestaltung der Plakate war eine sehr enge Strukturierung vorgegeben, es hätte mehr Freiraum bei der Gestaltung gelassen werden können; gleiches galt in dem Fall auch für das Arbeitsblatt (kann man aber ja wie immer so oder so sehen und hängt auch von den Kindern ab). In diesem Zusammenhang muss auch darauf hingewiesen werden, dass das Ziel nicht treffend formuliert war, denn durch die enge Strukturierung der Plakate ging es in der Stunde nicht um die „Darstellung in einer nachvollziehbaren Form“, da die Darstellung letztlich bei allen Kindern gleich war. Darauf solltet ihr achten, falls ihr den Entwurf nutzen wollt.

Ihr findet unten – bis auf die Warenbilder – alle Arbeitsblätter und Plakate, die ich in der Stunde eingesetzt habe (und natürlich den Entwurf). Wie immer hoffe ich, dass ich damit jemandem helfen kann.

Viel Spaß & Erfolg damit.

DOWNLOAD (Einkaufszettel A3)
DOWNLOAD (AB Einzelarbeit)
DOWNLOAD (AB differenziert)
DOWNLOAD (Plakat)
DOWNLOAD (Warenübersicht)
DOWNLOAD (Entwurf)

Der Ref-Rückblick (Folge 1): „Zielwerfen an Stationen“ (1. Sport-UB)

Ich bin etwas später zum Lehramt gekommen (zugegebenermaßen vorher etwas anderes zu lange studiert und beim Lehramts-Studium auch nicht gerade schnell gewesen) und habe mein Ref in der Zeit von November 2011 bis Ende April 2013 am ZfsL Bonn absolviert. Von manch einem hatte ich im Vorfeld gehört, dass das Ref so furchtbar schlimm sei. Das kann ich so absolut nicht unterschreiben. Ja, das Seminar war durchschnittlich, die Vorbereitung auf die Unterrichtsbesuche (UB) nicht immer angenehm. Aber ich hatte in Mathe eine tolle Mentorin (über meine Sport-Mentorin sage ich besser mal nichts…) und eine super Schule, in der es die Kinder mir immer leicht gemacht haben.

Und dass so ziemlich jeder Unterrichtsentwurf erst in der Nacht vorher fertig wurde (mehrfach die Nacht durchgemacht), muss ich wohl als meinen Arbeitsstil akzeptieren, denn bei den Zeugnissen ist es auch immer so. Daran wird sich wohl auch nichts mehr ändern.

Bevor ich ein wenig auf meinen ersten UB eingehe, noch ein Hinweis: Am Ende des Artikels werdet ihr in Zukunft immer den Entwurf als Download finden und je nachdem auch weiteres Material dazu. Bitte beachtet, dass die Entwürfe seitdem nicht überarbeitet wurden und besonders die ersten Entwürfe inhaltlich doch kritisch zu betrachten sind, vor allem was den gewählten Schwerpunkt und die Zielformulierung angeht. Ich werde auch nur noch bedingt sagen können, was bei den Stunden besonders gut oder schlecht lief, da es schon eine Weile her ist.

Aber genug der Vorgeschichte, los geht es mit meinem ersten Sport-UB. Ich hatte mich für das Zielwerfen als Unterrichtsreihe (UR) entschieden. Soweit ich mich noch richtig erinnern kann, ging es in den ersten Stunden der UR darum, verschiedene Wurfarten kennenzulernen. Da in der Besuchsstunde an Stationen geworfen werden sollte, wurde das Üben des Auf- und Abbaus der Stationen mit in die UR integriert (3. und 4. Stunde der UR). Das würde ich so heute nicht mehr machen, sondern da das Auf- und Abbauen ohnehin dazugehört, sollten da andere Schwerpunkte gesetzt werden. Das hat mit dem Thema „Zielwerfen“ spezifisch ja auch nichts zu tun.

Im UB selbst ging es dann darum, an den Stationen den zweckmäßigsten Wurf herauszufinden (von unten, oben etc.) und dies mit einer kleinen Karte, auf der die gewählte Wurfart abgebildet war, zu reflektieren (diese Karten kann ich aus Lizenzgründen nicht anbieten). Zusätzlich hatten die Kinder noch einen Wurfplan, auf dem sie die Stationen abhaken konnten.

Ich denke, dass das thematisch für eine Stunde einfach zu viel war, auch zeitlich mit einer Zwischenreflexion. Im Nachhinein muss ich auch sagen, dass das viel zu starr gefasst war. Ob ein Kind von oben oder unten wirft, sollte egal sein, solange der Weg zum Erfolg führt (vor allem in der 2. Klasse). Dass aus biomechanischer Sicht beim Schlagwurf auf die etablierte Art geworfen werden soll, darauf kann man sich einigen. An solchen Wurfstationen spielt das aber überhaupt keine Rolle. Wer trifft, hat bekanntlich recht. Den Kindern letztlich eine bestimmte Wurfart als (aus meiner Sicht) „die beste“ für jede Station aufzwingen zu wollen, ist sicherlich ein Fehler gewesen. Sinnvoller fände ich es, mit den Kindern darüber zu sprechen, mit welcher Wurfart SIE am besten treffen können und es auch dabei belassen. Wenn ein Kind Erfolgserlebnisse mit einem Wurf von unten hatte, ich (oder die Mehrheit der Kinder) aber den Wurf von oben am besten finde, warum sollte man dann dem einen Kind diesen Erfolg durch Aufzwingen einer anderen Wurfart nehmen?

Aber aller Anfang ist ja bekanntlich schwer. Ich hoffe trotzdem, dass euch der Entwurf ein wenig Inspiration und Starthilfe geben kann. Ich weiß, dass man besonders am Anfang der Ausbildung ins kalte Wasser geworfen wird.

Ich habe für den Download persönliche Daten und geschützte Bilder entfernt. Ihr findet unten den Entwurf, den Wurfplan in zwei Ausführungen und natürlich die Stationskarten (die Grafiken habe ich selbst erstellt). Die Karten habe ich in den letzten Tagen noch einmal gründlich überarbeitet. Ich freue mich, wenn ihr sie einsetzen könnt.

DOWNLOAD (Entwurf)